Dass nichts so beständig ist wie der Wandel, hat bereits der griechische Philosoph Heraklit 500 v. Chr. festgestellt. Wahrscheinlich hätte er sich niemals träumen lassen, dass diese Aussage heute vielleicht aktueller ist denn je. Der Wandel ist eine Konstante und gehört daher auch zu allen Zeiten zu jenen großen und umfassenden Herausforderungen, mit denen sich nicht nur jedes Wesen, sondern auch Gesellschaften, Sozietäten und Organisationen befassen müssen.

Gleichzeitig hat dieser Wandel an Schlagzahl zugelegt. Obwohl jede Generation mit ihren eigenen Veränderungen und Herausforderungen konfrontiert sein mag, so leben wir heute in einer Zeit, in der Unbeständigkeit und Unberechenbarkeit wieder zunehmen. Die Veränderungen, und somit der Wandel, ist nicht mehr die Ausnahme, sondern eher die Regel. Angesichts der Vielzahl tiefgreifender politischer, gesellschaftlicher und politischer Brüche, die von einer Vielzahl disruptiver Erfindungen und Erkenntnisse begleitet werden, ist die Fähigkeit, auf diese Veränderungen adäquat reagieren zu können, notwendiger denn je.

Daher müssen auch Unternehmen dazu in der Lage sein, Neues entstehen zu lassen. Die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Innovation ist für Unternehmen eine der wichtigsten Eigenschaften, um auf den umgreifenden Wandel reagieren zu können. Um eine zukunftsfähige Antwort auf die disruptiven Veränderungen darstellen zu können, dürfen diese Innovationen jedoch nicht inkrementell, sondern müssen gleichfalls disruptiv und radikal sein. Bereits Joseph A. Schumpeter hat Innovation verstanden als ein radikales (Um-)Gestalten eines Bestehenden in einem „Prozess der schöpferischen Zerstörung“. Dabei müssen der Wert und der Nutzen von Innovationen von Unternehmen feststellbar sein, es muss sich um wertschaffende und wertschöpfende Beiträge handeln. Diese Wirklichkeit gewordenen Ideen stellen nicht nur die „InnovationsQualität“ (Faix et al. 2014) eines Unternehmens dar, sondern befähigen zugleich das Unternehmen, seine eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

In Zeiten der Desorientierung und Unsicherheit, die der um sich greifende allgegenwärtige Wandel zu hinterlassen scheint, bedarf es nicht nur dem Wollen und Können, neues zu Schaffen. Es bedarf auch einer Vorstellung, wie eine Zukunft des Neuen aussehen kann. Für Unternehmen bedeutet das konkret: Die vielfältigen Veränderungen betreffen auch und in erster Linie die Führungskräfte, die mit diesen Veränderungen umgehen müssen. Es bedarf schöpferischer Persönlichkeiten, die in der Lage sind, bisherige Prozesse radikal in Frage zu stellen und damit dem Unternehmen ermöglichen, sich schnell und erfolgreich zu verändern. Es bedarf daher einer Form von Leadership, in der aus visionären und radikalen Zukunftsideen eine wertschöpfende und nachhaltige Gegenwart wird. Die zunehmende technische Vernetzung fördert zugleich auch eine Vernetzung der Ideen und Gedanken: Da sich der beständige Wandel nicht nur als allgegenwärtig, sondern auch als tiefgreifend bezeichnen lässt, stehen Unternehmen mit den damit verbundenen Herausforderungen nicht alleine dar. Dies fördert die professionelle Zusammenarbeit einzelner Enterpreneure mit dem Ziel, Strategien und Verfahren zu schaffen, um die Möglichkeiten radikaler und disruptiver Innovationen nutzbar und gesellschaftlich zugänglich zu machen. Diese Kultur einer Open Science ermöglicht wiederum, durch den Aufbau von Netzwerken untereinander neue Ideen zu generieren und somit neue Innovationen möglich zu machen. Erfolgreiche Unternehmen entwickeln ihre Innovationen in dem Unternehmen angegliederten, aber eigenständigen Innovationseinheiten. Diese bieten die Möglichkeit, das bereits angesammelte Know-How zu nutzen, aber gleichzeitig in einer relativ unabhängigen Einheit zu arbeiten, die ein radikales Hinterfragen und ein zukunftsorientiertes, nachhaltiges Gestalten der unternehmerischen Herausforderungen ermöglicht.