Das Augenmerk der Forschungsaktivitäten liegt auf den Themenfeldern Leadership, Personality und Innovation sowie auf jenen Spannungsfeldern, die sich aus der Kombination dieser Themen ergeben.

In Angesicht des umgreifenden Wandels in dem sich die Welt befindet, ergibt sich die Notwendigkeit von Führung. Führung ermöglicht den mutigen Aufbruch in eine scheinbar unberechenbare Zukunft und verhindert ein angstvolles Verharren von Menschen, Organisationen oder Gesellschaften. Das, was uns am Ende des Weges erwartet, ist mit dem Begriff des „Neuen“ verbunden. Das „Neue“ wird häufig auf den Begriff der „Erfindung“ reduziert. Prägend für die Ausweitung dieser Sichtweise war Joseph A. Schumpeter, der das Wort „Innovation“ etablierte. Innovationen sind weit mehr als technische Fortschritte. Vielmehr werden auch neue Denk- und Handlungsweisen abgebildet, die notwendig sind, um einen erfolgreichen Wandel herbeizuführen. Dabei ist nicht immer die Person, die Neues erdenkt oder erfindet maßgebend, sondern derjenige, der das Neue verwirklicht. Unabhängig vom sozialen Kontext kann von „schöpferischen Persönlichkeiten“ gesprochen werden. Diese Menschen schließen mit ihrem tätigen Wirken den Kreis zur notwendigen Führung, um erforderlichen Wandel anzustoßen und voranzutreiben.

Innovation

Dieses Themenfeld umfasst Fragestellungen der Zukunftsforschung und des Zukunftsmanagements: worin besteht Wandel, was sind die Ursachen und wohin könnte er führen? Innovation, als Antwort auf den Wandel, kann dabei in verschiedenen Formen auftreten: neue oder veränderte Geschäftsmodelle, neue oder veränderte Technik, neue oder veränderte Prozesse, neue oder veränderte Denkweisen. Demnach findet sich der Begriff Innovation in allen sozialen Systemen wieder. Der Bereich „InnovationsQualität“ hinterfragt, inwiefern die Einführung einer Innovation einen konkreten Nutzen hat. Nach Schumpeter entstehen Innovationen, indem „Faktoren auf eine neue Art kombiniert“ werden und in der „Durchführung der neuen Kombination“, sodass der Begriff „Transfer“ eine große Rolle spielt.  Die Transferforschung beschäftigt sich mit der Frage, wie Innovationen entstehen und welche Faktoren förderlich sind. Des Weiteren liegt ein Schwerpunkt auf der Erforschung von Netzwerken.

Leadership

Dieses Themenfeld ist auf kein soziales System beschränkt, sondern umfasst ein breites Feld an wissenschaftlichen Fragestellungen, die aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft stammen. Auf das System Wirtschaft bezogen, geht es bei Leadership um die Führung von und in neu gegründeten Unternehmen (Entrepreneurship) aber auch um die Bildung von Führungskräften (Leadership Education) innerhalb von Unternehmensstrukturen. Da Führung aber in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle spielt, beziehen sich unsere Forschungsinteressen auch auf Themengebiete außerhalb wirtschaftlicher Aspekte, nicht zuletzt um den interdisziplinären Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu ermöglichen. Ferner werden Fragestellungen abgedeckt, die im Zuge der Digitalisierung entstehen (Leadership in a digital world). Und schließlich besteht die Herausforderung, wie Führungskräfte in einer unsteten Welt künftige Trends und deren Einflüsse auf die eigene Organisation einschätzen können und vor diesem Hintergrund Ziele und Strategien bzw. Szenarien bis hin zu „wildcards“ für die langfristige Zukunft entwickeln können (Zukunftsforschung).

Personality

Alle Forschungsfelder, die wir betrachten, verweisen auf keine bestimmte Auslegung, wie diese zu verstehen sind. So wird „Personality“ als ein interdisziplinärer Forschungsgegenstand betrachtet, der als ein schillernder Begriff auf vielerlei Weisen zu verstehen ist. Neben einem klaren Bezug zu Unternehmen und Wirtschaft, tritt der Begriff auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen auf. Das Forschungsgebiet befasst sich insbesondere mit der Persönlichkeit von Führungskräften, beschränkt sich jedoch nicht darauf. Für Führung bedarf es einerseits individueller Dispositionen und andererseits der Legitimation durch andere. Das Themenfeld eröffnet daher die Möglichkeit für interdisziplinäre Diskurse rund um die personale Entwicklung von Menschen. Ein weiterer wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt darüber hinaus auf der Entwicklung von Kompetenzen.